a face that knows about the future

Über der Stadt

Das Erleben der Nachtstadt und die Erkundung des Seins

Unten auf den Straßen fahren Lichter durch die Nacht. Aus allen Richtungen strömen Absichten, die an Lenkrädern und Gashebeln drehen oder auf Elektrohebel drücken. Über allem schwebt eine superlight-Variante von Politik, die kognitiv im Wesentlichen irrelavant ist aber alles und jede/n im click-bait-Sinne massiv überinstrumetalisiert.

Ein abrupter Ampelstopp, rote Rücklichter, die Straßenbahn kreuzt, dann setzt sich alles wieder in Bewegung. Was transportieren Menschen außer sich selbst und ihren Träumen hier über die Straßen? Im weißen Transporter, der von rechts kommt, liegen mehrere hundert Kilogramm vereiste Fischfilets, die einen langen Weg hinter sich haben. Vom Atlantik bis hierher.

Hier zu dieser Kreuzung, die von hoch oben über der Stadt wirkt, als wäre sie eine verblödete Variante unseres gesteuerten Selbst. Zwei Autos warten vor Rot und lassen einen imaginären Verkehr der nicht stattfindet minutenlang vorbeiströmen.

Unsere Analysefähigkeiten sind begrenzt. Wir haben die Welt in unserer Begrenztheit gebaut. Wir werden sie weiter so bauen. Da wir nahezu gar nicht bis vielleicht nur punktuell klüger werden. Und selbst die neuen Hysterien werden bald feststellen, dass sie ebenfalls nicht klüger sind.

Wir können nicht aus unserer Haut. Wir überziehen die Welt mit unseren Ideen, so wie Welt sich permanent mit uns überzieht. Aber es geht eigentlich nur um das Beibehalten der zwischenstufigen Wahrheiten, die wir stark umklammern, damit wir uns nicht eingestehen müssen, dass die Welt deutlich schneller und klüger ist als wir selbst.

Alles ist eins, es gibt keinen Unterschied. Das, was wir Unterschied nennen, ist in Wirklichkeit die variable Empfindung von Sein in sich selbst; das Bewegen und Strömen des gemeinsamen Ganzen im wechselwirkenden Totalwiderspruch von uns geistig begrenzten Zwischenindividuen, die immer nur nach einer temporären Zwischenlösung suchen, ohne aufgrund einer nur Minimalmoral- und intelligenzvorprägung in irgendeine Form der Totaleskalation hineingeraten zu wollen.

Evolution als Prozess ist uns weit voraus. Einfach weil Evolution auf einen billiardenjahrealten, bzw. unendlichen Erfahrungsschatz an Entwicklungsintelligenz zurückgreifen kann, der uns als kurzlebigen Entitäten in jeder Hinsicht fremd ist und wahrscheinlich auch bleiben wird.