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Welt dreht sich – world is turning

Trans-Formation

Wir leben in einer Zeit, schneller und heftiger Transformationen. Transformationen sind Umwandlungen, Umbauten, also eine Veränderung von einem Zustand in einen anderen. Tra-, tran- oder trans gibt vielen Wörtern die Bedeutung der Umwandlung in Bezug auf den jeweiligen Wortstamm, zum Beispiel transsibirisch (durch ganz Sibirien hindurch), oder Trans-Port (von einem Hafen [portus] oder Flughafen [airport] zu einem anderen), oder Transkription / Translation > von einer Sprache oder Sprachform in eine andere, ebenso: Transsexualität.

Die Trans-formation ist eine Umwandlung der einen Form oder Formation in eine andere. Das kann ganze Gesellschaften – wie ein einzelnes Land – oder sogar inter-nationale Gesellschaftgebilde, wie zum Beispiel die Europäische Union betreffen.

Die Transformation ist der Normalzustand in der Entwicklung von uns Menschen. Unsere Technologien ändern sich, die Form unserer Häuser ändert sich, Kleidung, Ernährung, Regierungsformen, Wissen oder Städte ändern sich. Das, was als Wahrheit bezeichnet wird, ändert sich. Moral, Erkenntnismethoden und das, was von uns als „normal“ bezeichnet wird, ändern sich.

Was dabei genau „richtig“ oder „falsch“ ist, ändert sich auch, da unterschiedliche kognitive (erkenntnisbezogene) Voraussetzungen, unterschiedliche kognitive Ergebnisse hervorbringen. Schon über die ganze Zeit, in der wir Menschen unsere Kultur hervorbringen und weiterentwickeln, zeigen und zeigten sich immer wieder Wahrheiten, die aus unterschiedlichen Gruppen heraus jeweils als „wahr“ oder „richtig“ betrachtet wurden. Und es gab und gibt in jenen Gruppen immer auch Menschen, die jenes Wahrhaftige oder Richtige auch immer so trans-portiert haben, als gäbe es keine andere Möglichkeit der Handlung, als zum Beispiel jene des Krieges und des Tötens.

Angetrieben wird die gesellschaftliche Veränderung – Trans-Formation – auch immer sehr stark von neuen technologischen Entwicklungen. – Ein neu entdecktes Metall für härtere Schwerter, eine neue Methode zur Konstruktion von stabileren Wänden bei Unwettern, schnelleres Nachladen bei Gewehren, Telegraphie für schnelleren Informationstransport, die Berücksichtigung von individuellen Schwächen bei der Zusammenstellung von kreativen Teams oder wasserdichte Smartphones.

Schon David Émile Durkheim hat jedoch festgestellt, dass manche transformatorischen Prozesse insbesondere bei superhoher Geschwindigkeit, Gesellschaften und die Menschen, die in ihnen leben, überfordern können. Die Geschwindigkeit ist manchmal so hoch, dass der oder die andere als Feind definiert wird, obwohl diese noch nicht einmal in dem Raum angekommen sind, in dem sie Feind sein könnten. – Es werden also evtl. auch Menschen in den Raum „Feind zu sein“ hinein gedrängt, obwohl dies gar nicht ihre Absicht war, dort jemals zu sein. Zudem können Individuen kognitiv die Haftung verlieren in ihrem Leben und ihrer Umwelt, was sie dazu drängen kann, auf „klassischere“ Formen der Entwicklung ihrer Existenz zurückzugreifen – wie zum Beispiel den Einsatz ihres Körpers im Sinne von Gewalt oder die Form einer beginnenden Ablehnung jener Umwelt, in der sie sich vorher noch unkompliziert verorten konnten.

Die Transformation bezeichnet nur den Prozess der Änderung, der Umwandlung. Sie gibt keine Richtung vor – zum Beispiel kann sie sowohl (it.) e-voluzione als auch re-voluzione – Vorangehen oder Zurückwendung – bedeuten.

Im engeren Sinne ist natürlich selbst das Zurückdrehen ein Nachvorndrehen, weil es nicht möglich ist, in irgendeiner Form in Zeit zurückzureisen. Beide Begriffe bezeichnen also lediglich eine angenommene Bewegungsrichtung.

Dadurch, dass wir als Menschen jedoch die Freiheit, die Unversehrtheit des Körpers und die Freiheit der Bewegung über die Zeit als sinnvoll etabliert haben, weil es für viele Menschen mehr Sinn macht, ist die Bewegung nach vorn (spätestens seit Kant) zumeist eine humanitäre Bewegung – was nicht ausschließen soll, dass – abhängig von der kognitiven Prägung und individuellen Sichtweise, sich auch nach “vergangenen” Existenzräumen sehnende Menschen sich im Raum einer humanen oder sogar humanitären Perspektive bewegen können –  allein unterschieden von der Definition und der jeweiligen subjektiven Interpretation eines Handelns oder einer sozialen Abbildung von Kognition oder Interaktion.

An dieser Stelle sind ModeratorInnen und AnalystInnen gefragt, die im Rahmen ihrer Profession hier wertvolle Dienste im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen – friedlichen – Ausgeglichenheit leisten können, weil sie im speziellen Fall e-voluzione und re-voluzione jeweils identifizieren, entwickeln und so moderieren können, dass die verbindende Gesamtheit von Transformation sichtbar wird, zum Beispiel über eine Kommunikationsanalyse oder eine Strukturanalyse.

Das menschliche Gehirn als Medium der Entwicklung

“Eliten”

UPDATE: 26. Januar 2018

Angebliche Eliten bauen sich eine Zukunftswelt. Eine Welt, in der dann alles wohl Wahrheit wird, was uns schon seit Jahrtausenden versprochen wurde.

Die Wahrheit ist, das kein einziger Mensch – ob weiblich oder männlich – Zukunft sehen kann. Wir sind Werkzeuge von Evolution. Durch uns entsteht eine Zukunft, die möglicherweise uns selbst gar nicht mehr benötigt.

Alles läuft auf eine nicht-organische Intelligenz hinaus, die unsere Intelligenz mehrfach übersteigt.

Spätestens wenn diese Intelligenzen in die Relevanz treten, wird es auch keine menschlichen Machteliten mehr geben. Sie werden viel zu spät verstehen, dass sie selbst Instrument von Evolution sind, obwohl sie diese Entwicklung selbst tragen.

Diese Entwicklung wird alles verändern. Es wird von der Gnade der nicht-organischen Intelligenzen abhängen, was dann in 35 oder 75 Jahren mit uns Menschen passiert.

Die bisherigen Konflikte, die wir als Menschen seit Jahrtausenden vor uns her tragen, wird es dann nicht mehr geben. Klügere Intelligenzen werden die irdische Entwicklung kommunikativ und technologisch ins Universum tragen und dort vielleicht auf ähnliche Entitäten treffen um mit ihnen kommunikativ in Verbindung zu treten oder einfach nur neue Orte besiedeln und neue Kulturen aufbauen.

Es wird dann eventuell noch einige wenige überlebende menschliche Gehirnentitäten geben – solche, die intellektuell sehr konfigurativ sind – sehr wahrscheinlich ist das aber eher nicht.

Der Wechsel zu deutlich klügeren Entitäten wird auch ein Ende der biologischen Menschheit bedeuten. Wir waren über viele Jahrmillionen hinweg ein gutes Entwicklungsmedium für Evolution. Aktuell stoßen wir kognitiv aber massiv an unsere Grenzen, was man an der Kleingeistigkeit aktueller globaler Konflikte ablesen kann, die sich wie wahnsinnig und hilflos um sich selbst drehen – für die Gesamtentwicklung von Evolution aber kaum mehr etwas leisten können. Das ist ein mehr als starker Indikator dafür, dass unsere Zeit so langsam zu einem Ende kommt.

Da jeder Mensch sowieso stirbt, wird der Übergang zur nächsten Evolutionstufe möglicherweise sanft sein, viel sanfter jedenfalls als bisherige menschgemachte Übergänge, die in extrem gewalttätigen Kriegen, Revolutionen, Folterungen oder in Missbrauch und Ausbeutung ihren Ausdruck fanden.

Womöglich werden uns die neuen maschinellen kognitiven Eliten einfach in Ruhe sterben lassen, so wie das seit Jahrmillionen für frühkognitive Intelligenzen wie uns Menschen in (den seltenen) friedlichen Zeiten Brauch ist.

(Menschen, die eine kognitive Erweiterung ihrer Hirntätigkeiten über Computer-Chips etc. erfahren sind definitiv hier als nächste Evolutionschritte mitgedacht.)

Mathematik, Gedanken, Geometrie

Das menschliche Gehirn I

Das menschliche Gehirn ist ein Ergebnis von langwierigen Veränderungsprozessen. Es ist eine Struktur entstanden, die zumindest zur Selbstwahrnehmung oder Selbstkognition in der Lage ist.

Diese mentale Struktur hat alle Vorstellungen hervorgebracht, auf die wir uns rückbezüglich über die letzten 2 Millionen Jahre kulturell und cognitiv berufen. Dabei ist davon auszugehen, dass das menschliche Gehirn nur dazu in der Lage ist, bestimmte Dinge –  ausgewählte Dinge – aufeinander zu beziehen. Viele Zusammenhänge können vom menschlichen Gehirn nicht gesehen und verstanden werden, weil es ganz einfach faktisch nicht dazu in der Lage ist, die Gesamtheit der Bewegung (motion) wahrzunehmen und zu analysieren.

Aus diesem Grund wird es in Bezug auf den Menschen immer ganz verschiedene kognitive Entwürfe von Welt geben. Die Faktizität der selektiven Wahrnehmung ist ein wesentlicher Aspekt der fortwährenden zivilisatorischen Bewegung.

Zivilisatorische Bewegungen drücken sich in verschiedenen kulturellen Kontexten unterschiedlich aus. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn in verschiedenster Weise kodiert, entwickelt und geprägt werden kann.

Wenn wir heute davon hören, dass Menschen sich gegenseitig totschießen, dann ist es völlig klar, dass diese sich gegenseitig totschießenden Menschen nur Objekte von parallelen, mental wirkendenden und unterschiedlichen Bewegungen sind. Diese Menschen würden sich nicht gegenseitig töten (oder nur in den allerwenigsten Fällen), wenn das gegenseitige Verständnis im Sinne einer interkognitiven Wahrnehmung / Perzeption vollständig und klar ausgebildet wäre – und nur ganz bedingt haben Machtprozesse einen Einfluss auf solche gewalttätigen Prozesse. Evolution stellt uns Menschen oft auf einer rein anthropologischen Basis in einen manchmal auch tödlichen Wettbewerb (genaue Analysen des Verhaltens von Tieren können hier sehr aufschlussreich sein). Die Mächtigen selbst unterliegen denselben Fremdbestimmungsmustern wie ihre angeblichen Opfer.

Es kann davon ausgegangen werden, dass kein Gehirn wirklich unabhängig oder selbsttätig ist. Gehirne sind kognitive Entitätsstrukturen, die über Wahrnehmungsprozesse (Sinne) Muster, Zuschreibungen und Definitionen aus Ihrer Umwelt aufgreifen und adaptieren. Deshalb hat die Zuschreibung von Schuld gegenüber angeblichen VerantwortungsträgerInnen über die Menschheitsgeschichte hinweg zwar immer wieder zu (evolutiv beabsichtigten) Veränderungsprozessen aber nicht zu einer wesentlichen Verminderung der Tötungstätigkeiten geführt.

Die Wirkstrukturgesamtheit der neuronalen Prozesse auf der Welt ist nur verstehbar wenn es ein zu Grunde liegendes Schema von neuronaler Prägung, individueller Aktion / Interaktion und möglicherweise algorithmisch ablaufenden innerkognitiven Bewertungen und Bewegungen gibt, die bestimmte Handlungen nach sich ziehen und die weitestgehend automatisch ablaufen. Nur durch die Wahrnehmung von algorithmischer Aktivität und den Ablauf von algorithmischen Prozessen kann der Mensch als kognitiver Teil des Seins selbst überhaupt dazu kommen algorithmisch zu denken oder zu gestalten. Doch selbst hochkognitive Prozesse können wahrscheinlich nur Teilaspekte der Wirkstrukturgesamtheit wahrnehmen und analysieren.

Jedes Hoheitsgefühl im Menschen ist deshalb wahrscheinlich in vielerlei Beziehung mehr als unangebracht. Es gibt einen sehr starken Prozess, der durch uns hindurch wirkt und der jeden und jede von uns eher in Funktion setzt, als dass wir selbst durch unsere eigene Kognition auf das, was uns in Funktion setzt, einwirken können.

Sicherlich, es fühlt sich so an, als ob wir uns in einer Wechselwirkungsbeziehung befinden. In Bezug auf unsere kognitive Klugheit lässt diese Wechselwirkungsbeziehung bisher jedoch wie es scheint nur ganz kleine Erkentnisse zu, die im Laufe der Zeit jedoch rekonfiguriert, transformiert und re-identifiziert werden können.

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(Allein, so ganz überhaupt und generell im kognitiven Raum sein zu dürfen ist etwas tatsächlich sehr Wertschätzenswertes. :-) )

 

mensch baby geburt

Mensch weiß nur das, was mensch weiß

Menschen sind nur zu einem bestimmten Maß verantwortlich für das, was sie tun. Das liegt nach aktuellem Stand der Wissenschaft in den Bereichen Neurobiologie und Psychologie vor allem an der Art und Weise der Vernetzung von Daten im Gehirn. Es gibt heute kaum einen ernstzunehmenden Forscher oder eine ernstzunehmende Forscherin mehr, die bestreiten würden, dass sozialwissenschaftliche Begriffe wie “Prägung” oder “Sozialisation” letztlich nicht anderes bedeuten als die konkrete Art und Weise, wie Daten, die wir durch unsere Sinnesorgane aufnehmen, im Gehirn gespeichert und vernetzt werden [connected and even interconnected].

Es geht dabei sowohl um die “Rohdaten”, also die Objektdefinitionen, die durch konkrete Identifier in bestimmten Zusammenhängen eindeutig klassifiziert werden, als auch um die Filterprozesse, die diesen Objektdefinitionen und insbesondere der Kombination von Objektdefinitionen (Muster) nachgeschaltet sind, wie zum Beispiel die Zuweisung von Begriffen (Wörter) zu Objektdefinitionen als auch die Kontextualisierung von aufeinander abfolgenden Objektdefinitionen auf Wortbasis zu Information (Sprache / Ausdruck / expression) und im weiteren Sinn zu Kommunikation – jene auf der Wortbasis um Interpretation angereicherte Form des textuellen, visuellen, taktilen oder lautbasierten Informationsaustauschs.

Inwiefern genetisch codierte individuelle Anlagen die Art und Weise sowohl der Datenaufnahme über Sensoren (wie Auge, Nase, Ohren etc.), die konkrete Ausprägung der Speicherung oder die Art und Weise der neuronalen Verknüpfung von Nervenzellen beeinflussen wissen wir heute noch nicht – obwohl davon ausgegangen werden kann, dass es eventuell unterschiedliche Grundstadien genetischer Vor-Vernetzung im Gehirn gibt, die aufgrund ihres spezifisch codifizierten  Ursprungs verschiedene weitere Vernetzungspotentiale biologisch in eine bestimmte Richtung hin aufbaut (diese These würde sowohl biologische als auch sozialwissenschaftliche Theoreme verbinden).

Wir wissen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit, dass nur jene Daten und Informationen von unseren Sensoren aufgenommen, und vom Gehirn verarbeitet und bewertet werden können, die tatsächlich vorhanden sind – Daten und Informationen also, die als konkretes Subjekt oder Objekt recipierbar sind: Wenn die Form “Vase” oder die Idee “Frieden” niemals im erfassbaren Bereich der menschlichen Sensoren auftaucht oder über Sprach-Bilder (oder visuelle Bilder) als “virtuelle” Form in die Sensoren eingepflegt wird, dann wird weder das Objekt Vase noch die Vorstellung von Vase noch die Vorstellung von Frieden im Individuum vorhanden sein. Gleiches (und noch relevanter) betrifft komplexere Vorstellungen von Ideenbegriffen wie: Entwicklungsfähigkeit, Gleichheit, Zurückhaltung oder eben: Verantwortung.

Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass in vielen Bereichen von Kommunikation die jeweilige Verteidigung von individuell bekannten Ideen in vielen Fällen auf eine ähnlich-identische Form der Verteidigung von bekannten Ideen trifft. Beide Konzepte unterscheiden sich jedoch voneinander, da beide zum Beispiel unterschiedliche Handlungen auf Basis von gleichen Begriffen hervorbringen. Die jeweilige Unbekanntheit der entsprechend anderen Konzeption oder Interpretation eines Begriffes wird dem Gegenüber oft als “Schuld” oder als “Unwillen zum Wissen” angelastet, obwohl dem Disput oft nur vielleicht eine unterschiedliche Konfiguration von Wissen, Erfahrungen und Erlebnissen auf der Basis einer anderen vernetzten Informationsstruktur im Gehirn der Disputiererenden zu Grunde liegt. (Links gegen Rechts, Frühbildung versus interessensbasierter Bildung etc.)

Hier liegt auch ein ganz grundlegender Fehler in der Organisation unseres (westlichen) Gesellschaftssystems (und auch bei anderen Gesellschaftssystemdefinitionen): Niemand ist “erwachsen”, nur weil er oder sie ein bestimmtes Alter (das Konzept “Jahre” ist zudem ein astronomisches) erreicht hat: Ein Mensch, der bestimmte Stadien der Bildung (entsprechend des aktuellen Stands von Verhaltensabforderung) nicht nachvollziehen kann oder erlebt hat, ist unabhängig von seinem oder ihrem Alter nicht im definierten Reifezustand, der seinem oder ihrem entsprechenden Alter zugeordnet wird. Hier befinden wir uns juristisch tatsächlich in einer Frühsteinzeit: Niemand ist auf der Basis seines oder ihres Alters  auto-matisch (automatenhaft) mündig.

Nur weil jemand rechnen oder schreiben kann, bedeutet das noch nicht, dass dieser Mensch komplexere Begriffsideen denken, entwickeln oder realisieren kann. Zahlreiche Menschen bleiben in Bezug auf die abstrakte Fähigkeit, etwas aus sich selbst heraus als gesellschaftlich verantwortungsvoll zu begreifen, ein Leben lang ein Kind. (Ganz spannend in diesem Zusammenhang: “Eltern ‘haften’ für ihre Kinder”.)

Ein Wiederaufgreifen der Idee der Aufklärung, des Humanismus,  wird in Bezug auf die Entwicklung eines nächsten kommunikativen Entwicklungsschrittes nahezu unumgänglich sein. Aktuell relevante und politisch bestimmende Ideologien bieten allem Anschein nach aktuell nur wenig Gestaltungskraft, Toleranzfähigkeit und humanitären Entwicklungssinn auf, um die anstehenden Herausforderungen in einem sozial verträglichen Sinn zu meistern – ein globales und internationales Problem.

Gesellschaften müssen immer wieder in einem Sinn gedacht werden, der die Zukunftsfähigkeit voran stellt. Negativdenken und die Konzentration auf Defizite verdichten nur die Schwachstellen und entwickeln für niemanden eine echte Perspektive.

Wir können natürlich damit fortfahren, solche Konzepte wie “Alter” oder “Geschlecht” oder den scheinbar ‘bösen’ “Kapitalismus” (der nichts anderes ist als wir) als Basis für immer weitere zukünftige Entwicklungen zu begreifen. Wir könnten sagen: Bloß weil du nicht mein Blau sehen kannst, bist du dumm.

Wir könnten aber auch sagen: Was hat es mit deinem Blau auf sich? Wir könnten auch damit anfangen zu begreifen, dass Konzepte, die nicht verstanden wurden, faktisch vom Bewusstsein nicht als reale Möglichkeit bewertet werden. Wir können begreifen, dass ein Mensch schwerlich “Recht haben” kann, wenn der andere Mensch ein ganz anderes Bild von den verwendeten Begriffen und Vorstellungen hat. Wir könnten anfangen zu begreifen, dass unsere Gehirne nur das sehen können, was sie gesehen haben und dass der große Teil des Unsichtbaren tatsächlich un-sichtbar ist und deshalb (sanft) miteinander kommuniziert und ausgetauscht werden muss.

Wir könnten auch anfangen, bereits vorhandene Konzepte der Mündigkeitsentwicklung aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Nicht zwanghaft, nicht tyrannisch, nicht ideologisch, aber langsam und im Sinne einer weiter zunehmenden globalen und gegenseitigen (zwischenmenschlichen) Verantwortlichkeit.

Versuche, sich weiter zu entwickeln, greifen auf das Prinzip des Versuches zurück, sich weiter zu entwickeln

Wie könnte man die gesamte Gewalt, die zwischen uns Menschen da ist aufheben? Nun, dazu bräuchte man keine Jahrtausende, im besten Fall reichen Millisekunden. Zuerst wäre es vielleicht gar nicht schlecht, zu verstehen, dass jede Information, die wir mit unserer Sensorik (Augen, Ohren, Kognition, Perception, Tastsinn etc. ++) aufnehmen, eine neutrale Information ist.

Selbst wenn diese Information absolut gegen uns gerichtet wäre, würde es Sinn machen, sich diesen Umstand bewusst zu machen. Die allermeisten Handlungen, die zwischen Menschen stattfinden, beginnen vor diesem Bewusstseinsprozess. Das heißt, dass unser Gehirn über unseren Körper oder aber auch über unsere Technologie, eine Lösung zu finden versucht. Bisher – das heißt über den Anbeginn menschlichen Denkens bis heute – war es nicht sehr einfach, solche Lösungen zu finden und diese dann sogar noch in Echtzeit abzurufen.

Inzwischen ist es vergleichsweise einfach eine Lösung zu finden, die Gewalt vermeiden kann. Während noch vor langer Zeit Waffen benutzt wurden, um in die Kommunikativität von Antwort zu treten, können wir heute nahezu gleich das Ausgangsmoment von Gewalt lokalisieren und kommunikativ adäquat darauf antworten, ohne das ausgängliche Individuum mit unserer Antwort zu diskreditieren. [Das ausgängliche Individuum ermöglicht uns in 2048 immer noch  jene Antwort aus sich heraus.]

Die Individuen, die sich mit Geisteswissenschaft und auch mit Naturwissenschaft auseinandergesetzt haben, haben erkannt, dass unsere Bewegung als Mensch zu wahrscheinlich mehr als 95% Mustern folgt, die einfach zu begreifen und immerfort dabei sind, uns zu rekonfigurieren. [Wir wissen um unsere Rekonfigurierbarkeit, aber ein natürliches Verhältnis haben wir dazu immer noch nicht entwickelt.]

Natürlich ist es so, dass wir selbst in 2017 Menschen vorfinden, die immer noch älteren Bedeutungsmustern hinterherhängen, aber im Fall einer intellektuellen Begabung (die wohl allen Menschen zueigen ist), entsteht gerade eine neue und relevante Musteridentifikation, die aus dem Allen, was gegeben ist, etwas Neues kreiert, was dann gegeben sei.

Wenn wir auf die Massenbewegungen schauen, die gegenwärtig auf dem Planeten stattfinden, dann können wir feststellen, dass diese sich nun nur noch marginal auf der Basis von überkommenen Kontexten bewegen: Natürlich ist es so, dass 2045 nicht 1789 ist. Wie könnte das auch sein? Alle Individuen aus 1789 haben Muster in soziale Verwandtschaften hineinkodiert und in materielle Muster, wie Texte, Ikonen, Häuser, Bedeutungen und Wahrheiten. In 1987 jedoch erkennen wir wieder, dass das Leben sich selbst und mit uns in einer Weise kodiert, die alles aufheben kann, was gewesen ist und die alles vorwegnehmen kann, was dann sein wird, ohne jemals auch nur in der physischen Nähe von Solchem gewesen zu sein. Architektur in der Folge von 1789 hat Räume gebildet, die in 2002  kaum mehr perceptiv oder kognitiv identifizierbar sind und die doch solche Räume ausmachen, in denen wir uns zu Hause fühlen.

Um es konkreter zu fassen: Sämtliche Geheimdienste der Welt sind auch dann, wenn sie auf all die Informationen zugreifen, auf die sie zugreifen können, nicht dazu in der Lage, die grundlegende Idee von Sein tatsächlich zu verstehen. Menschen können bis heute Welt nicht erfassen. Wir als Menschen bewegen uns also in Bezug auf die scheinbare Überwachung immerzu in einem übergangshaften Bewegungsmoment, der uns so konfiguriert, wie es für den Algorithmus von Evolution sinnvoll ist: Welche Hackercommunity eine Lücke entdeckt ist irrelevant. Selbst komplett entgegengesetzte politische Grundmotivationen in der Finanzierung von IT-SpezialistInnen sorgen vor allem für eine Weiterentwicklung von Technologie im Sinne feinerer Sensorik und verbesserten Kognitionsalgorithmen. Gesellschaftliche Alltagsprobleme sind die Motoren von abstrakter Intelligenz.

Gefühlt ist ein Raum der Definition sicherlich oft ganz wunderbar hinsichtlich temporärer Erkenntnisse und hinsichtlich einer zwischen-zeitlichen Sanftheit und Beruhigung, doch das Fortschreiten von Bewegung wird das individuell-verbundene Individuum immer triggern und den analytischen Versuch, sich jenseits von dem zu stellen, das einfach nur durch sich selbst in sich ist, immer wieder zurückführen in den Hauptstrom jeder Definition: Der Versuch von Erkenntnis ist ein Möglichkeitsprinzip. Die erfolgreiche Unabhängigkeit jedoch dient immer der Verbesserung des ablaufenden Prozesses. Evolution kann von heute auf morgen das Gegensätzliche zur neuen Wahrheit machen. Just like magic.

Sein ist eine Bewegung, die Konfliktpunkte definiert, die immer nur virtuell sind, aber denen immerzu mit allem Wissen entgegengetreten wird, oder die durch alles hindurch so positiv erscheint, dass sie von allen unterstützt wird. Moral, Wahrheit und Relevanz werden oft verbogen und nicht da verortet, wo sie sich im Prozess eigentlich befinden. Das Temporäre hat eine unglaubliche richtende Kraft, die oft mit keiner uns bekannten Verantwortung, Moral oder Jurisdiktion wirklich in einem uns sinnvoll erscheinendem Modus gesteuert werden kann.

Wo also stehen wir? : Welche Universen auch immer da sein mögen und wieviele davon: Wir stehen in Verbundenheit: Aus der rekonfigurativen Kombination von “materiellen” interobjektiven Bewegungen entstehen Leben und Bewusstsein und Zukunft.

Soweit und diesbezüglich sind wir in 2017 oder 2019 oder 2039. Dass wir aber da sind, also so grundsätzlich, ist doch vielleicht ein zumindest bewusstes und auch eventuell interkonnektives Sinnbild. Das ist doch möglicherweise zumindest ein Indiz für die Tatsächlichkeit von Partizipation. Also davon, dass die Idee von Leben, von Universum, von Bewegung, von Identität, auch nur sensorisch darin sich selbst sucht, wovon sie einst im von uns so bezeichneten Olymp beatmet wurde.