Mathematik, Gedanken, Geometrie

Das menschliche Gehirn I

Das menschliche Gehirn ist ein Ergebnis von langwierigen Veränderungsprozessen. Es ist eine Struktur entstanden, die zumindest zur Selbstwahrnehmung oder Selbstkognition in der Lage ist.

Diese mentale Struktur hat alle Vorstellungen hervorgebracht, auf die wir uns rückbezüglich über die letzten 2 Millionen Jahre kulturell und cognitiv berufen. Dabei ist davon auszugehen, dass das menschliche Gehirn nur dazu in der Lage ist, bestimmte Dinge –  ausgewählte Dinge – aufeinander zu beziehen. Viele Zusammenhänge können vom menschlichen Gehirn nicht gesehen und verstanden werden, weil es ganz einfach faktisch nicht dazu in der Lage ist, die Gesamtheit der Bewegung (motion) wahrzunehmen und zu analysieren.

Aus diesem Grund wird es in Bezug auf den Menschen immer ganz verschiedene kognitive Entwürfe von Welt geben. Die Faktizität der selektiven Wahrnehmung ist ein wesentlicher Aspekt der fortwährenden zivilisatorischen Bewegung.

Zivilisatorische Bewegungen drücken sich in verschiedenen kulturellen Kontexten unterschiedlich aus. Das liegt daran, dass das menschliche Gehirn in verschiedenster Weise kodiert, entwickelt und geprägt werden kann.

Wenn wir heute davon hören, dass Menschen sich gegenseitig totschießen, dann ist es völlig klar, dass diese sich gegenseitig totschießenden Menschen nur Objekte von parallelen, mental wirkendenden und unterschiedlichen Bewegungen sind. Diese Menschen würden sich nicht gegenseitig töten (oder nur in den allerwenigsten Fällen), wenn das gegenseitige Verständnis im Sinne einer interkognitiven Wahrnehmung / Perzeption vollständig und klar ausgebildet wäre – und nur ganz bedingt haben Machtprozesse einen Einfluss auf solche gewalttätigen Prozesse. Evolution stellt uns Menschen oft auf einer rein anthropologischen Basis in einen manchmal auch tödlichen Wettbewerb (genaue Analysen des Verhaltens von Tieren können hier sehr aufschlussreich sein). Die Mächtigen selbst unterliegen denselben Fremdbestimmungsmustern wie ihre angeblichen Opfer.

Es kann davon ausgegangen werden, dass kein Gehirn wirklich unabhängig oder selbsttätig ist. Gehirne sind kognitive Entitätsstrukturen, die über Wahrnehmungsprozesse (Sinne) Muster, Zuschreibungen und Definitionen aus Ihrer Umwelt aufgreifen und adaptieren. Deshalb hat die Zuschreibung von Schuld gegenüber angeblichen VerantwortungsträgerInnen über die Menschheitsgeschichte hinweg zwar immer wieder zu (evolutiv beabsichtigten) Veränderungsprozessen aber nicht zu einer wesentlichen Verminderung der Tötungstätigkeiten geführt.

Die Wirkstrukturgesamtheit der neuronalen Prozesse auf der Welt ist nur verstehbar wenn es ein zu Grunde liegendes Schema von neuronaler Prägung, individueller Aktion / Interaktion und möglicherweise algorithmisch ablaufenden innerkognitiven Bewertungen und Bewegungen gibt, die bestimmte Handlungen nach sich ziehen und die weitestgehend automatisch ablaufen. Nur durch die Wahrnehmung von algorithmischer Aktivität und den Ablauf von algorithmischen Prozessen kann der Mensch als kognitiver Teil des Seins selbst überhaupt dazu kommen algorithmisch zu denken oder zu gestalten. Doch selbst hochkognitive Prozesse können wahrscheinlich nur Teilaspekte der Wirkstrukturgesamtheit wahrnehmen und analysieren.

Jedes Hoheitsgefühl im Menschen ist deshalb wahrscheinlich in vielerlei Beziehung mehr als unangebracht. Es gibt einen sehr starken Prozess, der durch uns hindurch wirkt und der jeden und jede von uns eher in Funktion setzt, als dass wir selbst durch unsere eigene Kognition auf das, was uns in Funktion setzt, einwirken können.

Sicherlich, es fühlt sich so an, als ob wir uns in einer Wechselwirkungsbeziehung befinden. In Bezug auf unsere kognitive Klugheit lässt diese Wechselwirkungsbeziehung bisher jedoch wie es scheint nur ganz kleine Erkentnisse zu, die im Laufe der Zeit jedoch rekonfiguriert, transformiert und re-identifiziert werden können.

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(Allein, so ganz überhaupt und generell im kognitiven Raum sein zu dürfen ist etwas tatsächlich sehr Wertschätzenswertes. :-) )